Da fliegt mir doch der Euro weg…

…frei nach Spliff, die ja in den 80ern sangen: „Da fliegt mir doch das Blech weg…“
Na ja, passt doch ganz gut, unser Euro ist ja längst auch nur noch Blech und keine harte Währung mehr. Kein Edelmetall intus und keine Gold- Reserven mehr als Absicherung des umlaufenden Geldes. Ach und der Rest ähnelt Monopolygeld, schade eigentlich.

Warum mir der Euro/das Blech wegfliegt?
Nun, seit Monaten wettern alle „Lei(d)tmedien“*, samt Regierung, Komentatoren all überall und Möchtegern Selbstdarstellerpolitikern unisono gegen Griechenland und im speziellen die „neue“ grichische Regierung. Ganz vorne weg die gute alte Blut, äh Verzeihung ich meinte Bild…
Bild-Griechenland _
Ja und bei solcher Meinungsmache fliegt mit der Euro/bzw. das Blech weg, mir stossen solche Dinge einfach sauer auf. Wie bitte schön kann man fragen, ob Griechenland noch mit weiteren Steuermilliarden unterstützt werden soll? Hat man wirklich Griechenland gerettet? Hat man Lasterweise Milliarden ins LAnd geschüttet? Wenn das so wäre müssten in Griechenland Milch und Honig in rauen Mengen fließen, die Menschen müssten in Saus und Braus leben. Die Wirklichkeit sieht aber doch wohl anders aus… Dazu später.
Leider wird dieses Blättchen noch von zu vielen Menschen in unserem Land gelesen und die Inhalte für bare Münze gehalten.
Ebenso glaubt man größtenteils unreflektiert was uns Radio, Fernsehen, Presse etc. i.d.R. unisono analog der Bild als „die Wahrheit“ verkaufen wollen.
Unsere Politiker blasen ins gleiche Horn, man sollte aber doch meinen sie sind durchwegs besser informiert, vor allem diejenigen, die in Berlin im Bundestag angesiedelt sind.

Weit gefehlt. Alle sprechen das gleiche Mantra.
„Die bösen Griechen, diese seltsame Regierung dort und überhaupt, die sollen doch froh sein, dass wir sie gerettet haben, damals und all die Jahre und nun schlagen sie unsere großzügigen Angebote einfach aus. Frechheit.“

Ja die Jungs aus Griechenland sind unbequem, ja sie sind anders, vor Allem anders als unsere weichgespülten Politiker. Da kommt ein Finanzminister auch mal lässig mit dem Motorrad zu Sitzungen und der Regierungschef krempelt sich gerne mal die Hemdsärmel hoch und lockert die Krawatte.
Und ganz wichtig, sie haben doch tatsächlich den Mumm sich entgegen der allmächtigen EU zu stellen und das mit einem stets freundlichen Lächeln bei Interviews. Ganz anders unsere Politiker, die stehen mit tief heruntergezogenen Mundwinkeln und bitterer Miene ratlos da und wissen nicht so recht wie Ihnen geschieht.

Also irgendwie mag ich diese Art und mir gefällt das…
Aber das ist ja nur die äussere Show, was passiert denn hinter den Kulissen?
Was sind die wahren Beweggründe für dieses aussergewöhnliche Handeln „der Griechen“, was ist Wahrheit, was Fake, also Täuschung? Was sind die waren Ziele?

Zugegeben, ich weiß es auch nicht und Regierungen kommen und gehen und mit jeder Wahl hat man auf Neue eine Chance etwas zu verändern. Gut dass wir noch wählen können in Europa…
Nach Möglichkeit versuche ich immer mind. zwei Seiten zu sehen, zu hören oder mehrere Betrachtungspositionen einzunehmen.
Ja es gibt reiche Griechen, die wohl Steuern unterschlagen, Geld ins Ausland transveriert haben, ja es gibt sicher auch in der Bevölkerung schwarze Schafe, die Geld widerrechtlich und evtl. auch noch zuviel bekommen haben. Aber ist das „Der Grieche“?
Sind wir doch mal ehrlich, haben wir das Problem nicht auch bei uns im eigenen Land und in anderen EU- Staaten?
Die Krux ist, dass obiges Klientel ein Bruchteil der Bevölkerung ausmacht, die meisten Menschen in Griechenland haben inzwischen Existenznot.
Wie ginge es Ihnen denn, wenn sie auf einmal gekündigt würden und der Staat Ihnen dann die blanke Schulter zeigt und kein Arbeits-, oder Sozialhilfegeld mehr zahlt.
Wie ginge es Ihnen, wenn Ihre Rente halbiert würde und gleichzeitig die MwSt erhöht würde?
Was, wenn sie nicht mehr an Ihr Gespartes herankämen, weil die Banken geschlossen sind und an Bargeldautomaten nur noch 60 EUR/Tag ausgezahlt werden.
Wie lange könnten Sie überleben?
Wie viele Monate, Wochen, Tage reichen Ihre Reserven, Körperlich, als auch mental bzw. in Form von Grund- Haushaltsgütern und Nahrungsmitteln.

Das ist für die meisten Menschen in Griechenland inzwischen die Realität.
Ein normaler Tourist bekommt davon sicher nichts mit, der stolze Grieche wird sich nach Möglichkeit sicher nach aussen hin nichts anmerken lassen. In den Touristenzentren läuft alles relativ normal, klar, mal lebt ja vom Tourismus.
Aber nicht alle in Griechenland können vom Tourismus leben.
Die restliche Wirtschaft, so sie denn bestand, liegt ab Boden, dank Rettungsschirmen und Hilsmassnahmen der EU Troika.

In Brüssel wurde verhandelt und um Geld gerungen, nur aus zweierlei Sicht.
Die Seite „der Europäer“ setzt „den Griechen“ regelrecht das Messer an die Kehle, weitere Zugeständnisse zu machen für Einsparungen, Steichungen in allen Bereichen des Lebens, Rentenkürzungen, Gehaltskürzungen, Steuererhöhungen, Vermögenssteuer, etc. … Wofür? Letztlich nur zur Rettung unserer Banken und vieler Großbanken, sowie derer die schamlos mit Hilfe der Banken gezockt haben.

Die andere Seite steht mit dem Rücken zu seinem Volk, das erwartet aus diesem Dilemma befreit zu werden und seine Regierung antreibt sich gegen die „Europäer“ und die rigorose Sparpolitik zu behaupten. Denn man hat die Länder des Südens so geknebelt und an die Kandarre genommen, dass diese kaum noch Luft zu Atmen haben.
So kann sich keine Wirtschaft erholen und wieder Schwung auf nehmen.

Klar muss man Schulden zurückzahlen, aber nutzt es Jemanden, wenn man den Schuldner Handlungsunfähig macht, oder gar erwürgt?

Täglich transportieren unsere Medien Texte, Bilder und Sprache zu uns ins heimelige Wohnzimmer, mit denen uns Politiker, Kommentatoren, sog. Fachleute erzählen, dass man doch nur das Beste für „die Griechen“ wollte.
Wenn sie diese Hilfe nicht annehmen, sondern ihr Recht wahr nehmen ihr Volk zu befragen, ja dann sollen sie doch zum Kuckuk sonst wo hin gehen und den GRExit endlich vollziehen.

Alle Kritiker die nur wagen diese Aussagen unserer „Lei(d)tmedien“ und Politiker in Zweifel zu ziehen, werden postum als Träumer, Quatschköpfe, Lügenbarone o.ä. betitelt. Was die Mehrheit sagt und denkt ist richtig und was unsere Regierung erzählt ist grundsätzlich wahr und entbehrt jeglichem Zweifel. Gab es so etwas denn nicht schon einmal???
Ist denn nicht unsere Presse und alle Medien beauftragt kritisch zu hinterfragen, unabhängig zu berichten, alle Seiten zu betrachten und Ungereimtheiten aufzudecken? Sind nicht unsere Politiker vom Wähler beauftragt dem Wohl des Landes und der Menschen zu dienen und Schaden abzu wenden, Ihr Amt mit Würde, Respekt und Tadellosigkeit, unbeeinflußt mit freier Meinungsbildung auszuüben?

Im Internet häufen sich trotzdem die kritischen Stimmen derer, die Partei für „die Griechen“ beziehen und dieses gebeutelte Volk verteidigen.
Ja sogar in der letzten ARD Monitor Sendung am 02.07.2015 (welch Wunder):

Was ist nun richtig, was ist falsch?
Ich denke, und in diesem Punkt gebe ich einem Bekannten recht, es wird sicher überall zweifelhafte Aussagen aber auch korrekte Informationen geben.

Es ist immer die Frage, wer will was mit seinen Aussagen erreichen!
Wichtig ist, wir müssen hinsehen, zuhören, reflektieren und uns unsere eigene Meinung bilden unabhängig von irgendwelchen Blättchen.

Obiger Monitor Bericht wäre schon mal ein kleiner Anfang. 🙂
Dazu noch der Film „Wer rettet wen?“:
wer rettet wen_Zitat: „Wer Rettet Wen?“ ist kein weiterer Banken- oder Eurorettungsfilm.
Er deckt auf, was bei allen „Rettungen“ bis zum heutigen Griechenlanddrama weitgehend verborgen blieb: Die radikale Veränderung der Gesellschaften in Europa.

Die als „Rettung“ verkleisterte Umwandlung privater Schulden in öffentliche, hat nicht nur die Demokratie ad absurdum geführt. Sie erschüttert Gesellschaften, die sich als Sozialer Rechtsstaat begreifen, in den Grundfesten. Niemand formuliert dies im Film treffender als Mario Draghi, der als einstiger Goldman Sachs-Vizepräsident und EZB-Präsident die Wirtschaft des Euroraums lenkt: „Das europäische Sozialmodell ist Vergangenheit. Die Rettung des Euro wird viel Geld kosten. Das bedeutet, vom europäischen Sozialmodell Abschied zu nehmen.“ Seit sieben Jahren wird mit vielen hundert Milliarden öffentlicher Gelder gerettet. Zitat Ende

Wir werden hierzu in näherer Zukunft Termine für Filmvorführungen anbieten.

Hat man sich das einmal angesehen, dann ändert sich langsam der Blickwinkel und man kann weitere Literatur zu Rate ziehen.

Davon gibt es nicht wenige aus unterschiedlichsten Quellen, z.B. die von Christoph Ulrich Meyer mit seiner Seite Menschengerechte Gesellschaft.

Christoph beschäftigt sich seit Jahren mit unseren Wirtschafts- und Finanzsystemen den Hintergründen und Fallstricken und der Entwicklung unserer Gesellschaft. Er warnt auch in seinem Buch „Goodbye Wahnsinn“ seit langem davor, dass der Weg der seit Jahren beschritten wird zum scheitern verurteilt ist.
Buch Goodbye Wahnsinn
Aber warnen alleine hilft nicht, erst mögliche Lösungsvorschläge bringen uns weiter und genau diese zeigt uns Christoph in seinem Buch zu einem Menschengerechten Wirtschaftssystem auf.

Wem ein Buch zu trocken ist, kann vielleicht erst mal mit einem Newsletter anfangen, auch keine schlechte Idee.

Interessant ist auch diese Seite von Christoph Ulrich Mayer, es geht darum wer was hat bzw. trägt und wie sinnvoll das gesamtwirtschaftlich ist.

In diesem Sinne
bleiben Sie Wachsam, öffnen Sie Augen und Ohren und erweitern Sie Ihren Horizont

Grüße

Hans- Jürgen (Ronnie) Rigl

* Leid verursacht durch Desinformation, oder nachplappern einer möglicherweise unreflektierten Meldung. Das ist alles schon passiert…

PS: Übrigens, nur um das gleich klar zu stellen, ich habe keinerlei Profit daran, Ihnen das obige Buch zu empfehlen, ausser, dass die Zahl derer evtl. dadurch steigt, die sich nicht mehr nur Dinge erzählen lassen, sondern Meldungen kritisch hinterfragen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.