Zwangsverpflichtung für Entscheider

Hallo,
nach längerer Abstinenz aus gesundheitlichen Gründen, die leider auch noch eine Weile Unterarmstuetzenvorhalten, muss ich mal kurz wieder etwas los werden.

In den letzten Wochen und Monaten war ich -und bin das auch noch aktuell- mit Krücken (sorry, ich meine natürlich „Unterarmstützen“) im Krankenhaus und in REHA- Einrichtungen unterwegs.
Was man da so alles sieht lässt Einen doch schaudern.
Ich meine damit nicht, welche verschiedenen Krankheitsbilder es gibt, nein, das macht dann doch ehrfürchtig vor dem Leben, das so vielseitig und wunderbar ist.
Hut ab mit welcher Selbstverständlichkeit, Tapferkeit und mit welchem Mut und welcher Heiterkeit die überwiegende Zahl der Patienten ihr Schicksal ertragen und an sich und ihrem Körper arbeiten.
Ebenfalls Hut ab vor der ärztlichen Kunst und den Ärzten, die ebenfalls überwiegend souverän und sehr menschlich agiert. Ausnahmen gibt es -wie überall- hier und dort.

Aber zurück zum Thema.
Wenn man so mit Handicap (so heisst das doch Heute, oder?) unterwegs ist, wie gesagt im Krankenhaus und/oder einer REHA- Einrichtung, fällt einem auf, wie wenig eigentlich an die Menschen mit Handicap von denen, die keines haben, gedacht wird.
Selbst an diesem Ort, wo man eigentlich damit rechnen können sollte.

Da gibt es Hindernisse, die es zu bewältigen gilt, zwar nicht überwiegend, aber eben doch immer wieder an Stellen, an denen man damit eben nicht rechnet.
Die ein, oder andere Türe geht nicht automatisch auf, sondern nur per Hand und dann so schwergängig, dass man einfach kurz vor dem Scheitern ist das Ding zu öffnen und ohne Stolperer zu durchschreiten, oder zu durchfahren.
Manche Toiletten (auch nicht Behindertentoiletten) und sehr viele Stühle in Aufenthaltsräumen, Patientencafes, oder Fluren sind nicht erhöht, was es einem mit künstlichem Knie- oder Hüftgelenk Beschlagenen schwer macht an einem anderen Platz zu verweilen, als im Krankenzimmer.
Obwohl man ja durchaus dazu ermutigt wird zu laufen, sich zu bewegen und dann nach einer kürzeren, oder längeren Strecke nunmal ein kleine Pause braucht.

Dies fiel mir – wie gesagt in einigen Einrichtungen auf, nachdem ich dieses Handicap hatte, vorher war ich, zugegebener Maßen auch dafür blind. Das liegt in der Natur der Sache. Haste kein Problem, fällt Dir nix auf und Du verstehst das Problem gar nicht.

Das brachte mich auf eine Idee, die jetzt sicher vielen ein Kopfschütteln und skeptisch Kucken hervorzaubert.
Man sollte jeden Entscheider im Krankenkaus, REHA Einrichtung, sowie von Krankenkassen, Baufirmen und ganz vorne weg Politiker Zwangsverpflichten.
Zwangsverpflichten dazu, dass sie ein, zwei, oder drei Wochen mit Handcap ausgestattet, also mit versteiften Beinen, ausgestattet mit Krücken, oder im Rollstuhl „gefesselt“ durch die Einrichtungen geschickt werden.

Möglicherweise fördert das dann ein Bewusstsein für Menschen mit Handycap und die unüberwindlichen Hindernisse gehören sicher bald der Vergangenheit an.
Genauso könnte man dies im öffentlichen Raum fördern.
Auch da gerät man unversehens an Hindernisse, die mit Handicap nicht, oder nur sehr schwer zu überwinden sind.

Das wäre doch mal eine Initiative um unseren Mitmenschen mit Handicap an Krücken, oder im Rollstuhl wirklich zu helfen.

In diesen Sinne
Probiert es mal aus, liebe Entscheider…

Hier noch ein interessanter Artikel aus der Süddeutschen Zeitung bezüglich Inklusion.

Grüße
Hans- Jürgen (Ronnie) Rigl

PS: Mir tut jetzt der „Hintern“ weh, ich kann nicht mehr sitzen und muss die Position wechseln. Also, weg vom Computer… Tschüss

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