Und raus bist Du… Der BrExit lässt grüssen.

Flag of Europe.svgJetzt haben wir den „Salat“, will sagen den BrExit.
In England hat das Volk entschieden, dass es nicht mehr länger Mitglied in der EU sein will.

 

 

Gut so, ich meine, dass das Volk das durch einen Volksentscheid überhaupt selbst entscheiden kann.
Bei uns ist eine bundesweite Volksabstimmung gar nicht möglich, hier entscheidet der Bundestag für uns über solch ausserordentlich wichtige Dinge, also die mehr oder weniger von uns gewählten Abgeordneten. Also die, die von uns gewählt sind, für uns und in unserem Namen so gut wie möglich handeln/entscheiden sollen, aber laut Grundgesetz bei Entscheidungen nur Ihrem Gewissen unterworfen sind.
Das macht zwar sehr oft nicht den Eindruck und auch die Handlungsweise in unserem Sinne (des Volkes Sinne) lässt von Aussen betrachtet oft zu Wünschen übrig.
Aber so ist es nun mal in einem Delegiertensystem (genau genommen natürlich: repräsenative Demokratie), das wir nun mal haben. Nur alle 4 bzw. 5 Jahre darf das Volk seinen Willen in Wahlen äußern und auf Landesebene ggf. auch bei Volksabstimmungen. Diesen sind aber entsprechende Hürden vorgeschaltet, so dass es rel. selten zu Volksabstimmungen kommt. Schon doof, oder?

Schon gibt es einige wichtige „Vertreter“ des Volkes, die genau diesem Volk (dem gemeinen Michel) die Fähigkeit absprechen überhaupt in Volksabstimmungen als Souverän über wichtige Dinge des Landes abzustimmen. Das Volk sei dazu gar nicht in der Lage und sich der Tragweite von solchen Entscheidungen ja auch gar nicht bewußt.
Was für ein Schwachsinn.
Wenn es den Mächtigen nicht in den Kram passt, dann ist eben das Volk zu doof solche Entscheidungen abzustimmen, dann doch besser dumm, klein uns unmündig halten, bzw. erst gar nicht anhören.
So manch ein „Mächtiger“ in der Geschichte musste den Konsequenzen solchenr Fehleinschätzungen letztlich am Ende direkt ins Auge sehen. Soweit sollten wir es aber nicht kommen lassen.

Zurück zum Thema.
„Die EU ist in seiner größten Krise“, „Historische Krise„, „das ist der Untergang der euröpäischen Idee“, „Zerfall der EU„, usw. und so fort. Die EU Recken sind geschockt, das konnte Keiner sich vorstellen und nun ist es passiert. Ein Volk hat gesprochen, ganz demokratisch und per Wahlurne mit einer passablaen Wahlbeteiligung! Ich sage: „Das war ein Schuss vor den Bug“.
Was wird da nun alles geseiert und von selbst ernannten Fachleuten wieder kund getan. Jammer über Jammer.
Jetzt eben wegen dem BrexIt, noch vor Kurzem wegen der -mangels klarer Regeln und Absprachen- selbst hervorgerufenen Flüchtlingskrise.
Aber an der eigenen Nase fasst sich Keiner, wie immer sind Andere schuld. Natürlich.
Es wird nicht reflektiert (zumindest sehr wenig) warum das englische Volk sich so entschieden hat.
Lag es etwa am Fußball, gar an der EM?
Oder hat der gemeine Bürger nur die Nase voll von Gängelung mit EU Vorschriften, mit Zahlungen über Zahlungen für was auch immer. Offensichtlich konnte die Idee eines gemeinsamen Marktes, eines Zoll- und Grenzfreien Verkehrs nicht mehr punkten, die Waagschale kippte in die andere Richtung.
All diese Vorteile und Vergünstigungen wurden gegenüber den Nachteilen als zu gering und zu leicht befunden.
Das heißt schon etwas.

Dennoch, trotz BrexIt, man muss doch erst einmal abwarten, was die Politik nun aus Volkeswille bastelt. Der Austritt wird Jahre dauern und nicht von Jetzt auf Gleich erledigt sein. Genauso wie das Hineinwachsen in die EU- Gemeinschaft mit seinen Regeln und Vorgaben gedauert hat, so wird auch die Trennung einige Zeit dauern.
Ein Absturz an der Börse von Euro, Pfund und Index im Ganzen ist so etwas von lächerlich und Panikmache.
Man kann nur all den Fachleuten und Politikern dort draussen einen kühleren Kopf wünschen und etwas mehr Demut vor dem Volk.
Dann klappts vielleicht etwas besser in der EU- Gemeinschaft.

Apropos Gemeinschaft, auch eine klarere Sprache gegenüber dem türkischen Präsidenten Erdogan wäre endlich angebracht, aber Dank EM und BexIt hat man ja gerade andere Dinge auf dem Schirm.
Trotz seiner von der EU (auch ganz besonders von unserer Vorzeige- Kanzlerin) erbettelten Hilfe in Sachen Flüchtlingsabkommen gegen Milliarden EUR muss dieser Mann sich benehmen. Verbalnoten und Strafprozesse wegen vermeintlichen, oder offensichtlichen Beleidigungen (wie auch immer) sollte man sich in einer solchen Position verkneifen. Als Staatsmann muss man über solchen Dingen stehen.
Fremdschämen muss man sich allerdings dafür, dass unsere Politiker vor solchen Menschen kuschen und einknicken. Man kann hier auch nur noch den Kopf schütteln, dass man solchen machtversessenen Menschen auch noch eine Plattform gibt.
Zumal dieser Mann uns offensichtlich auf der Nase herum tanzt.
Ein EU Beitritt für die Türkei sollte hier über Jahre ausgeschlossen sein, auch weitere Vergünstigungen.
Wir können ja nicht mal die altgedienten Mitgliedsstaaten in der EU halten, bei einer solchen Unsicherheit und Instabilität des EU- Gefüges darf es keine weiteren Beitritte geben.

In diesem Sinne.

Afedersiniz!
Üzgünüm.
Hoşuma gitmedi.
Allaha ısmarladık!

Entschuldigung!
Das tut mir so leid.
Das gefällt mir nicht.
Auf Wiedersehen!

Hans- Jürgen (Ronnie) Rigl

Ach, übrigens:

Martin Sonneborn zum Thema BrExit.